„Unsere Hochzeit soll perfekt werden.“ Aber was bedeutet perfekt eigentlich?

02.09.2026

Foto: Style Shoot / Daniel Aust

"Es soll einfach perfekt werden."

Diesen Satz höre ich bei Hochzeitspaaren ziemlich oft. Und ich kann ihn verstehen. Ihr plant diesen einen Tag vielleicht seit einem Jahr oder sogar noch länger. Ihr steckt unglaublich viel Zeit hinein, gebt eine Menge Geld aus und Menschen, die euch wichtig sind, kommen zusammen.

Natürlich möchtet ihr, dass alles schön wird. Dass die Location passt, das Essen schmeckt, die Musik gut ist und im besten Fall natürlich auch noch die Sonne scheint.

Aber habt ich euch schon mal gefragt:

Was bedeutet eigentlich perfekt?

Dass die Blumen genau die richtige Farbe haben? Dass der Zeitplan auf die Minute eingehalten wird? Dass niemand absagt? Dass die Tischdeko genauso aussieht wie auf Pinterest? Dass alle Gäste zufrieden sind?

Oder bedeutet perfekt vielleicht etwas ganz anderes?

Dass ihr am nächsten Morgen aufwacht und sagt:

"Genau so hat es sich für uns richtig angefühlt."

Irgendwann wird aus Vorfreude ziemlich viel Planung

Am Anfang ist da diese große Freude. Ihr habt euch verlobt. Vielleicht habt ihr gerade erst allen davon erzählt. Ihr stoßt miteinander an und beginnt zu überlegen: Wann möchten wir heiraten? Wo? Groß oder klein? Sommer oder Herbst?

Und dann geht es los.

Location suchen, Gästeliste schreiben, Budget festlegen, Fotograf oder Fotografin finden, Musik, Essen, Einladungen, Kleid, Anzug, Blumen, Torte, Trauringe, Sitzordnung, Deko, Ablauf.

Und vermutlich habe ich gerade trotzdem noch ungefähr 27 Dinge vergessen. 😄

Aus diesem einen großen "Wir heiraten!" wird ziemlich schnell ein Projekt. Und Projekte haben bekanntlich die wunderbare Eigenschaft, dass man ständig noch irgendetwas optimieren kann.

Die Hochzeit, die man sieht

Wenn wir an eine Hochzeit denken, denken wir häufig zuerst an die Dinge, die sichtbar sind: die Location, das Kleid, die Blumen, die Papeterie, die Torte, die Tischdekoration oder den Traubogen.

All das gehört natürlich zu einer Hochzeit und darf euch wichtig sein.

Aber darunter liegt noch etwas anderes. Etwas, das auf keinem Pinterest-Board zu sehen ist.

Die Hochzeit, die man fühlt

Wie möchtet ihr euch an diesem Tag eigentlich fühlen?

Vielleicht möchtet ihr morgens aufwachen und nicht sofort denken: "Okay. Zeitplan. Wo müssen wir als Nächstes hin?" Vielleicht möchtet ihr mit euren Lieblingsmenschen zusammensitzen und tatsächlich Zeit haben, mit ihnen zu sprechen.

Vielleicht möchtet ihr lachen, feiern, weinen und tanzen. Oder einfach zwischendurch euren frisch angetrauten Lieblingsmenschen anschauen und denken: "Krass. Wir haben gerade wirklich geheiratet."

Vielleicht wünscht ihr euch Leichtigkeit, Nähe, Familie, Ruhe, Ausgelassenheit, Geborgenheit oder Freiheit.

Und genau diese Dinge gehen während der Hochzeitsplanung manchmal zwischen all den Entscheidungen verloren.

Vielleicht beginnen wir bei der falschen Frage

Bei einer Hochzeit gibt es erstaunlich viele Dinge, die man angeblich braucht. Ihr braucht Gastgeschenke. Ihr braucht einen Hochzeitstanz. Ihr braucht eine Hochzeitstorte. Ihr braucht ein Gästebuch. Ihr braucht ein Farbkonzept. Ihr braucht dieses. Und jenes. Und habt ihr eigentlich schon über XY nachgedacht?

Vielleicht lautet eine der wichtigsten Fragen während der Hochzeitsplanung aber gar nicht:

"Was brauchen wir alles?"

Sondern eher:

"Wie möchten wir uns an diesem Tag fühlen?"

Denn wenn ihr das wisst, werden plötzlich auch andere Entscheidungen leichter.

Wenn aus "Wir" irgendwann "Man macht das so" wird

Dazu kommt noch etwas: Eine Hochzeit plant man selten ganz allein. Da sind Familie und Freunde. Menschen mit Erfahrungen. Menschen mit Erwartungen. Und Menschen mit sehr konkreten Vorstellungen davon, wie eine Hochzeit auszusehen hat. 😉

Dann kommt vielleicht: "Aber die Tante müsst ihr doch einladen." – "Eine Hochzeit ohne Hochzeitstorte?" – "Ihr wollt wirklich keine Spiele?" – "Wer sitzt denn dann neben Onkel Klaus?" – "Das gehört aber dazu."

Und natürlich dürfen andere Menschen Wünsche haben. Ihr dürft sie anhören und ihr dürft darüber nachdenken.

Aber irgendwann lohnt sich die Frage:

Möchten wir das eigentlich auch?

Oder versuchen wir gerade, eine Hochzeit zu planen, mit der möglichst viele andere Menschen zufrieden sind?

Und dann gibt es natürlich noch Instagram & Co.

Ihr sucht nach einer Idee für eure Tischdekoration. Zehn Minuten später habt ihr eine italienische Zitronenhochzeit am Comer See gespeichert, obwohl ihr eigentlich in Brandenburg heiratet und vor fünf Minuten noch Eukalyptus schön fandet. 😄

Das Problem ist nicht Pinterest. Und auch nicht Instagram. Ich liebe Inspiration.

Schwierig wird es erst, wenn Inspiration irgendwann zum Maßstab wird.

Denn wir sehen dort meistens das fertige Bild. Wir sehen nicht, was außerhalb des Bildausschnittes passiert. Wir wissen nicht, ob fünf Minuten vorher etwas schiefgegangen ist. Wir wissen auch nicht, ob das Paar diesen Moment gerade wirklich genießt.

Wir sehen ein perfektes Bild und vergleichen es mit unserer eigenen Realität.

Perfektion kann ganz schön anstrengend werden

"Es soll perfekt werden" klingt erst einmal nach einem schönen Wunsch. Das Problem ist nur: Perfekt lässt ziemlich wenig Spielraum.

Für Regen. Für Verspätungen. Für einen Fleck auf dem Kleid. Für einen Dienstleister, der im Stau steht. Für ein Kind, das genau während der Trauung laut verkündet, dass es jetzt aufs Klo muss. (Habe ich bei der Trauung einer Freundin erlebt). Für die Frisur, die nach drei Stunden eben nicht mehr genauso aussieht wie morgens.

Für Menschen.

Und Menschen sind nun einmal ziemlich schlecht planbar.

Genau das macht Hochzeiten aber auch aus.

Eine kleine Übung für euch

Wenn ihr gerade mitten in der Hochzeitsplanung steckt, probiert einmal etwas aus. Nehmt euch zehn Minuten Zeit. Nicht zwischen zwei Mails und nicht während einer nebenbei noch die Gästeliste aktualisiert. Setzt euch wirklich kurz zusammen.

Dann beendet beide – zunächst jeder für sich – diesen Satz:

"Wenn ich am Morgen nach unserer Hochzeit aufwache, möchte ich sagen können: Es war …"

Schreibt drei Begriffe auf. Keine Dinge. Also nicht: "Die Deko war wunderschön." – "Das Essen war perfekt." – "Die Location sah toll aus."

Sondern Gefühle.

Vielleicht leicht, persönlich und ausgelassen. Oder familiär, entspannt und emotional.

Vielleicht schreibt ihr beide fast dasselbe auf. Vielleicht steht auf euren Zetteln aber auch etwas völlig Unterschiedliches. Beides ist spannend. Denn dann habt ihr etwas, worüber ihr sprechen könnt.

Eure drei Wörter können euch bei Entscheidungen helfen

Nehmen wir an, eure drei Begriffe sind:

entspannt – persönlich – ausgelassen

Dann könnt ihr bei der nächsten Entscheidung überlegen: Passt das dazu? Hilft uns das dabei, unseren Tag so zu erleben? Oder macht es unsere Hochzeit gerade nur voller?

Das funktioniert bei großen Entscheidungen genauso wie bei kleinen.

Brauchen wir wirklich 90 Gäste? Möchten wir diesen Programmpunkt? Wollen wir diese Tradition? Brauchen wir noch mehr Dekoration? Möchten wir morgens wirklich schon um 6 Uhr mit dem Getting Ready beginnen?

Oder machen wir manche Dinge gerade nur, weil wir denken:

"Das gehört bei einer Hochzeit eben dazu."

Eure Hochzeit darf schön werden, ohne perfekt zu sein

Natürlich dürft ihr euch Gedanken über Blumen machen. Ihr dürft drei Stunden lang nach der perfekten Schriftart für eure Einladung suchen. Ihr dürft euch über Serviettenfarben unterhalten. Und wenn euch die Hochzeitstorte unglaublich wichtig ist, dann darf die Hochzeitstorte unglaublich wichtig sein.

Es geht nicht darum, dass all diese Dinge plötzlich oberflächlich sind.

Es geht darum, zwischendurch wieder nach unten zu schauen. Unter all die Planung. Unter die Erwartungen. Unter die To-do-Listen.

Und euch zu fragen:

Was ist uns eigentlich wirklich wichtig?

Denn am Ende soll eure Hochzeit nicht nur auf den Bildern gut aussehen. Ihr sollt euch auch gern daran erinnern, wie ihr euch an diesem Tag gefühlt habt.

Vielleicht ist genau das die bessere Definition von "perfekt"

Nicht: Alles lief nach Plan.

Sondern:

Es war unseres.

Mit den Menschen, die euch wichtig sind. Mit den Dingen, die zu euch gehören. Vielleicht mit Regen. Vielleicht mit einer kleinen Verspätung. Vielleicht mit irgendeiner Sache, über die ihr euch vorher wochenlang Gedanken gemacht habt und die euch an diesem Tag plötzlich vollkommen egal ist.

Und hoffentlich mit einem Moment, in dem ihr euch anschaut und merkt:

Da sind wir.

Nicht mitten in einem perfekt geplanten Event. Sondern mitten in unserem Hochzeitstag.

Gemeinsam Ja sagen – mit Leichtigkeit

Genau solche Momente beschäftigen mich gerade sehr. Denn in meinen Gesprächen mit Hochzeitspaaren erlebe ich immer wieder, wie groß die Vorfreude auf die Hochzeit ist – und gleichzeitig, wie schnell aus Vorfreude Druck entstehen kann.

Plötzlich geht es um Erwartungen, Entscheidungen, Familie, Geld, Vergleiche und um die Vorstellung, dass dieser eine Tag unbedingt perfekt werden muss.

Deshalb entsteht bei mir gerade etwas Neues. Für Paare, die ihre Hochzeit nicht einfach nur organisieren möchten, sondern sich während der Planung immer wieder daran erinnern wollen, warum sie das alles eigentlich machen.

Als Freie Rednerin und Stress- & Mentalcoachin erlebe ich zwei Seiten: Ich begleite Paare auf dem Weg zu ihrer Hochzeit und weiß, welche Themen während der Planung immer wieder auftauchen. Gleichzeitig beschäftige ich mich damit, was Stress mit uns macht, warum wir in bestimmten Situationen so reagieren, wie wir reagieren, und was dabei helfen kann, wieder etwas mehr Ruhe und Klarheit hineinzubringen.

Und genau diese beiden Bereiche verbinde ich jetzt miteinander.

Mein erster Online-Kurs:

GEMEINSAM JA SAGEN MIT LEICHTIGKEIT

Ein Kurs für Paare, die ihre Hochzeit nicht einfach nur organisieren möchten, sondern auch die Zeit bis dahin gemeinsam genießen wollen.

In vier Kapiteln begleite ich euch von den ersten großen Fragen der Hochzeitsplanung bis zu den letzten Tagen vor eurem Ja-Wort. Wir schauen gemeinsam darauf, was euch wirklich wichtig ist, wie ihr mit Erwartungen und Vergleichen umgehen könnt, wie Entscheidungen nicht jedes Mal zum nächsten Diskussionsthema werden – und wie ihr bei all den To-dos euch selbst als Paar nicht aus den Augen verliert.

Dazu bekommt ihr konkrete Übungen, Gesprächsimpulse und kleine Tools, die ihr direkt in eurer Hochzeitsplanung nutzen könnt.

Denn am Ende möchte ich nicht, dass ihr an eure Hochzeitsplanung zurückdenkt und sagt:

"Zum Glück haben wir das alles irgendwie geschafft."

Sondern vielleicht:

"Das war unsere Hochzeit. Und auch der Weg dorthin hat sich nach uns angefühlt."

GEMEINSAM JA SAGEN MIT LEICHTIGKEIT erscheint bald.

Weitere Informationen zum Kurs und zum Start findet ihr in Kürze hier auf meiner Seite. 

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