„Wir wollen keine Rituale.“ Braucht eine freie Trauung überhaupt eine symbolische Handlung?

24.08.2026

"Wir wollen aber bitte kein Sandritual."

Diesen Satz höre ich in Traugesprächen erstaunlich oft.

Manchmal kommt direkt noch hinterher:

"Und auch keinen Baum pflanzen."

Meine Antwort?

Dann schütten wir keinen Sand zusammen und pflanzen auch keinen Baum.

So einfach ist das. 😉

Denn eine freie Trauung braucht kein Ritual, um persönlich zu sein.

Warum gibt es überhaupt Rituale bei einer freien Trauung?

Eine symbolische Handlung kann ein wunderschöner Teil einer freien Trauung sein.

Sie kann etwas sichtbar machen, wofür Worte allein manchmal nicht reichen.

Sie kann eure Familien einbeziehen.

An einen Menschen erinnern.

Eure gemeinsame Geschichte aufgreifen. Sie kann "Danke" sagen.

Oder etwas entstehen lassen, das euch auch nach der Hochzeit noch begleitet.

Aber dafür sollte das Ritual auch etwas mit euch zu tun haben.

Und genau da liegt für mich der entscheidende Punkt.

Nur weil es eine freie Trauung ist, muss niemand Sand zusammenschütten

Ich glaube, bei dem Wort "Ritual" haben viele Paare sofort bestimmte Bilder im Kopf.

Zwei verschiedenfarbige Sandsorten werden in ein Glas geschüttet.

Ein Baum wird gemeinsam gepflanzt.

Kerzen werden angezündet.

Und an all diesen Dingen ist überhaupt nichts falsch.

Wenn sie zu euch passen.

Wenn ihr aber bei der Vorstellung schon denkt:

"Warum sollten wir das machen?"

… dann habt ihr eure Antwort eigentlich schon.

Ein Ritual wird nicht persönlicher, nur weil eure Namen auf dem Glas stehen.

Die bessere Frage lautet: Warum machen wir das?

Genau diese Frage stelle ich Paaren gern.

Nicht:

"Welches Ritual möchtet ihr?"

Sondern:

"Gibt es etwas, das wir während eurer Trauung sichtbar machen möchten?"

Das ist für mich ein großer Unterschied.

Vielleicht habt ihr Kinder und möchtet sie ganz bewusst einbeziehen.

Vielleicht spielen eure Familien eine besondere Rolle in eurem Leben.

Vielleicht gibt es einen Ort, ein Hobby oder eine Geschichte, die euch verbindet.

Vielleicht möchtet ihr euren Gästen etwas mitgeben.

Oder eure Gäste sollen euch etwas für eure gemeinsame Zukunft hinterlassen.

Dann schauen wir, ob daraus ein individuelles Ritual entstehen kann.

Nicht andersherum.

Ein Ritual darf auch ganz anders aussehen

Wenn ihr euch eine symbolische Handlung wünscht, schauen wir gemeinsam, was wirklich zu euch passt.

Und glaubt mir:

Ich habe schon so einiges erlebt. 😄

Bei meinen Trauungen wurden schon:

  • Schokoriegel gegessen,

  • Hochzeitstee zubereitet,

  • Cocktails gemixt,

  • ein ganz persönliches Kartenspiel gestaltet,

  • gemeinsam ein Lied gesungen,

  • ein Blumenstrauß zusammengestellt

  • und sogar ein Eishockeytrikot unterschrieben.

Und genau das mag ich an freien Trauungen.

Ein Ritual muss nicht aussehen wie ein Ritual.

Es muss auch nicht auf irgendeiner Liste mit "Die 10 schönsten Rituale für eure freie Trauung" stehen.

Manchmal entsteht die Idee erst im Traugespräch.

Wir sprechen über euch.

Über eure Geschichte.

Eure Hobbys.

Eure Familien.

Oder irgendeine kleine Eigenheit.

Und plötzlich ist da etwas, bei dem wir denken:

Ja. Genau das machen wir.

Dann schauen wir gemeinsam, wie wir daraus einen Moment für eure Zeremonie entwickeln können.

Und vielleicht wird bei euch eben kein Sand zusammengeschüttet.

Vielleicht gibt es stattdessen einen Cocktail.

Oder einen Schokoriegel.

Hauptsache, niemand fragt sich währenddessen:

"Warum machen wir das eigentlich gerade?" 😄

Manchmal ist die beste symbolische Handlung: keine

Auch das ist okay.

Wenn wir nach einem ausführlichen Traugespräch keinen Grund für ein Ritual finden, brauchen wir keines.

Punkt.

Dann erzählen wir eure Geschichte.

Hören Musik.

Lachen.

Vielleicht gibt es persönliche Ehegelübde.

Die Traufrage.

Den Ringtausch.

Und irgendwann sagt ihr Ja zueinander.

Mehr braucht eine freie Trauung nicht automatisch.

Denn persönlich wird eine Zeremonie nicht durch die Anzahl ihrer Programmpunkte.

Weniger kann sogar mehr sein

Ich erlebe manchmal, dass Paare möglichst viel in ihre freie Trauung packen möchten.

Lieder.

Rituale.

Ein Beitrag der Trauzeugen.

Persönliche Ehegelübde.

Ringtausch.

Noch eine symbolische Handlung.

Und irgendwo dazwischen soll ja auch noch ihre Geschichte erzählt werden.

Natürlich kann all das Platz haben.

Aber eine freie Trauung wird nicht besser, je mehr Programmpunkte wir unterbringen.

Manchmal braucht ein besonderer Moment einfach ein bisschen Raum.

Ein Satz darf kurz stehen bleiben.

Ein Lied darf wirken.

Ihr dürft euch ansehen, ohne dass direkt der nächste Programmpunkt beginnt.

Nicht jede Minute muss gefüllt werden.

Ein Ritual sollte eure Geschichte unterstützen – nicht von ihr ablenken

Das ist wahrscheinlich meine wichtigste Regel.

Wenn wir eine symbolische Handlung in eure freie Trauung integrieren, dann sollte sie einen Grund haben.

Nicht:

"Das macht man bei freien Trauungen eben so."

Denn genau dafür habt ihr euch doch wahrscheinlich nicht für eine freie Trauung entschieden.

Ihr wollt keine Zeremonie nach Schema F.

Also brauchen wir auch kein Ritual nach Schema F.

Braucht eine freie Trauung also ein Ritual?

Nein.

Ganz eindeutig.

Eine freie Trauung kann mit einer symbolischen Handlung wunderschön sein.

Und ohne genauso.

Die Frage ist also:

Was gehört in eure?

Wenn die Antwort darauf ein gemeinsames Ritual ist:

Wunderbar.

Dann schauen wir, dass wir ein individuelles Ritual finden, das wirklich zu euch passt.

Und wenn die Antwort lautet:

"Eigentlich brauchen wir das gar nicht."

Dann lassen wir es weg.

Auch das ist schließlich das Schöne an einer freien Trauung:

Wir müssen nichts machen, nur weil man es eben so macht.

Und wie ist es bei euch?

Habt ihr sofort eine Vorstellung davon, welche symbolische Handlung zu euch passen könnte?

Mich würde interessieren, wie ihr darüber denkt.



Zur Website



Ihr möchtet etwas Persönliches – aber bitte kein Ritual von der Stange?

Genau dafür ist das Traugespräch da.

Wir überlegen nicht, welches Hochzeitsritual gerade besonders beliebt ist.

Wir schauen erst einmal auf euch.

Auf eure Geschichte.

Auf eure Menschen.

Und auf das, was euch wichtig ist.

Und wenn daraus eine Idee entsteht, die sich nach euch anfühlt: perfekt.

Wenn nicht, brauchen wir auch keine.

Wenn ihr eure freie Trauung in Berlin oder Brandenburg plant und euch eine Zeremonie wünscht, die nicht nach "Das macht man eben so" funktioniert, schreibt mir gern.


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