„Ich weiß nicht, was ich schreiben soll." So entsteht trotzdem ein persönliches Ehegelübde.

29.06.2026

Foto von Mira Bry

"Ich weiß nicht, was ich schreiben soll."
Diesen Satz höre ich in Traugesprächen erstaunlich oft. Und ich kann das gut verstehen.

Die wenigsten von uns schreiben regelmäßig Liebesbriefe. Und plötzlich sollt ihr die wichtigsten Worte eures Lebens formulieren – am besten noch romantisch, persönlich und bloß nicht kitschig.

Kein Wunder, dass viele erst einmal auf ein leeres Blatt Papier starren.

Hier kommt die gute Nachricht:
Ein persönliches Ehegelübde muss weder perfekt noch poetisch sein.
Es muss einfach nach euch klingen.

Warum fällt es so schwer, ein Ehegelübde zu schreiben?

Die meisten Paare wissen ganz genau, was sie füreinander empfinden.
Das Schwierige ist nur: Wie bringt man das auf ein Blatt Papier?

Vor allem, wenn man weiß, dass diese Worte später vor Familie und Freunden vorgelesen werden.

Dann kommen plötzlich Gedanken wie:

  • "Das klingt bestimmt kitschig."
  • "Ich bin einfach nicht gut mit Worten."
  • "Was, wenn mir nichts einfällt?"
  • "Mein Partner schreibt bestimmt etwas viel Schöneres."

Und genau hier entsteht unnötiger Druck.

Die wichtigste Regel zuerst

Vergesst für einen Moment alles, was ihr auf Instagram oder Pinterest gesehen habt.

Ein Ehegelübde ist kein Wettbewerb.
Es geht nicht darum, die schönsten Sätze zu schreiben.
Es geht darum, eure Geschichte zu erzählen.

Fangt nicht mit dem Schreiben an

Das klingt vielleicht seltsam – und ist trotzdem mein bester Tipp.

Denn das leere Dokument ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass ihr versucht, Gefühle direkt in Worte zu übersetzen. Das ist fast unmöglich. Erinnerungen aber lassen sich viel leichter aufschreiben.

Also: Setzt euch nicht vor ein leeres Dokument. Sammelt zuerst Erinnerungen.

Beantwortet zum Beispiel diese Fragen:

  • Wann musstest du wegen deines Partners das letzte Mal richtig lachen?
  • Was macht euren Alltag besonders?
  • Welche Eigenart würdest du niemals ändern wollen?
  • Worauf bist du in eurer Beziehung stolz?
  • Wann dachtest du zum ersten Mal: "Das ist mein Mensch?"

Schreibt zunächst nur Stichpunkte auf. Mehr nicht.

Gefühle entstehen zwischen den Zeilen

"Ich liebe dich unendlich."

Das entspricht wahrscheinlich der Wahrheit. Aber gleichzeitig könnte dieser Satz über viele Beziehungen gesagt werden.

Viel persönlicher wird es, wenn ihr eure gemeinsame Geschichte erzählt.

Was berührt euch mehr?

"Ich liebe dich unendlich."

Oder:

"Du bringst mir jeden Morgen Kaffee ans Bett, obwohl du selbst kein Morgenmensch bist."

Oder:

"Als unsere Koffer im letzten Urlaub verschwunden sind, hast du es trotzdem geschafft, dass wir am Ende darüber lachen konnten."

Persönliche Erinnerungen sagen oft mehr als große Worte. Denn genau diese Sätze könnten nur von euch stammen.

Niemand erwartet Perfektion

Eure Gäste hoffen nicht auf ein literarisches Meisterwerk.
Sie möchten euch erleben.

Vielleicht stockt euch kurz die Stimme.
Vielleicht müsst ihr lachen.
Vielleicht kullert eine Träne.
Vielleicht passiert auch gar nichts davon.

Alles davon ist völlig in Ordnung.

Und wisst ihr was? Ich habe noch nie erlebt, dass ein Brautpaar nach der Trauung gesagt hat:
"Schade, unser Ehegelübde war nicht poetisch genug."

Was ich dagegen immer wieder höre, ist:
"Das war so typisch für euch."

Und genau das ist das schönste Kompliment, das ein Ehegelübde bekommen kann.

Mein Tipp als Traurednerin

Wenn euch das Schreiben schwerfällt, arbeitet zunächst mit Stichpunkten. Erst wenn eure Gedanken gesammelt sind, entsteht daraus ein zusammenhängender Text.

Genau dafür habe ich einen kostenlosen Guide entwickelt. Darin findet ihr Fragen, Schreibhilfen und eine einfache Struktur, mit der ihr Schritt für Schritt euer persönliches Ehegelübde entwickelt. Außerdem enthält der Guide einen KI-Prompt, der euch hilft, aus euren eigenen Stichpunkten ein persönliches Ehegelübde zu formulieren – ohne Kitsch, ohne erfundene Geschichten und so, dass eure eigenen Worte erhalten bleiben.

Denn ich bin überzeugt:

Oft fehlen nicht die Gefühle. Sondern einfach nur die passenden Worte.


Noch Fragen? Schreibt mir gern.

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