Ehegelübde bei der freien Trauung: Muss man wirklich persönliche Worte vor allen Gästen sagen?

17.05.2026

Das Thema Ehegelübde sorgt bei vielen Paaren erstmal für Stress

Es gibt diesen Moment im Traugespräch, in dem ich das Thema Gelübde anspreche.

Und ziemlich oft kommt erstmal:

"Oh Gott, bitte nicht."

Oder:

"Ich liebe meinen Partner. Aber ich rede ganz sicher nicht vor 80 Menschen über meine Gefühle."

Das ist völlig in Ordnung. Denn nur weil freie Trauungen persönlich sein dürfen, heißt das nicht automatisch, dass jeder Mensch plötzlich gerne vor Publikum spricht.

Für manche ist der Gedanke wunderschön.

Für andere ungefähr auf einer Stufe mit einer spontanen PowerPoint-Präsentation ohne Vorbereitung.

Und beides ist komplett okay.

Denn hier mal eine wichtige Erinnerung: Ein Gelübde ist kein Pflichtprogramm. Wirklich nicht.

Freie Trauung heißt nicht automatisch tränenreiche Liebesrede

Auch wenn Social Media manchmal dieses Bild vermittelt , als würde jede freie Trauung aus zwei perfekten, tränenreichen Liebesreden bestehen, die beide auswendig vorgetragen werden, während im Hintergrund Geige läuft.

In echt sieht das meistens deutlich entspannter aus. Ein Gelübde soll sich nicht wie eine Prüfung anfühlen. Sondern wie etwas, das zu euch passt. Und wenn die Vorstellung, vor allen Gästen persönliche Worte vorzulesen, eher Stress als Vorfreude auslöst, dann ist das ein ziemlich klares Zeichen.

Dann braucht ihr eine andere Lösung. Eine freie Trauung ist nicht dafür da, euch in Situationen zu bringen, die sich komplett falsch anfühlen. Es gibt nämlich deutlich mehr Möglichkeiten als: "Ganz oder gar nicht."

Ehegelübde bei der Hochzeit: Diese Alternativen gibt es 

Es gibt deutlich mehr Möglichkeiten als:

Ganz oder gar nicht.


Variante 1: Der Anfang öffentlich, der Rest privat

Ihr schreibt euch persönliche Worte.

Aber statt den kompletten Brief vor allen vorzulesen, sagt ihr nur die ersten zwei oder drei Sätze während der Trauung. Gerade so viel, dass der Moment da ist.

Und den Rest? Lest ihr euch am nächsten Morgen ganz entspannt im Bett vor.

Ohne Mikrofon.
Ohne Publikum.
Ohne Herzrasen.

Nur ihr zwei. Ich finde, dass klingt nach einer sehr intimen Alternative, oder? 


Variante 2: Nur eine Person spricht

Vielleicht liebt eine Person genau diesen emotionalen Moment. Die andere bekommt schon beim Gedanken daran Schnappatmung. Auch völlig okay. Es muss nicht immer symmetrisch sein.

Nur weil eine Person gerne spricht, muss die andere nicht automatisch mitziehen.

Beziehungen sind keine Gruppenarbeit.


Variante 3: Worte ohne Vorlesen

Ihr könnt euch eure Gelübde auch einfach schreiben und übergeben.

Als Brief.

Als kleine Karten.

Als Nachricht für später.

Nicht alles, was emotional ist, muss live vorgetragen werden.


Variante 4: Gemeinsames Gelübde

Wenn euch persönliche Einzelreden too much sind:

Warum nicht ein gemeinsames Versprechen? Etwas, das ihr zusammen formuliert.

Etwas kürzer, leichter, mit weniger Druck.

Zum Beispiel:

"Wir versprechen uns, auch an chaotischen Tagen miteinander freundlich zu bleiben."

Persönlich muss nicht automatisch maximal emotional bedeuten.


Variante 5: Gar kein Gelübde

Ja. Auch das ist erlaubt.

Wirklich. Nicht jedes Paar braucht persönliche Liebesreden. Manche drücken ihre Verbindung anders aus.

Mit Blicken.
Mit Humor.
Mit einer Geschichte.
Mit einem Ritual.

Eine freie Trauung wird nicht automatisch besser, nur weil irgendwo ein Gelübde vorkommt.

Die wichtigere Frage bei der freien Trauung

Nicht:

"Was macht man bei einer freien Trauung?"

Sondern:

"Was fühlt sich für uns richtig an?"

Denn am Ende erinnert sich niemand daran, ob ihr den "perfekten" Ablauf hattet.

Aber ihr erinnert euch sehr wohl daran, ob ihr euch wohlgefühlt habt.

Und genau darum geht's, oder?


Und jetzt ihr

Habt ihr euch schon Gedanken zum Ehegelübde gemacht? 

Und falls ihr dabei Unterstützung braucht:
Schreibt mir gern eine Nachricht.



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